Grundsätze

„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.“

— Schulorganisationsgesetz, BGB1. Nr. 242/1962, zuletzt geändert durch BGB1. Nr. 512/1993

Der Lehrplan der Schola Thomas Morus orientiert sich daran, die Schüler mit der reichen Tradition der westlichen Kultur bis herauf in die heutige Zeit bekannt zu machen, ohne aber die Auseinandersetzung mit anderer Kulturen auszuschließen. Dabei hat die Förderung von intellektuellen und moralischen Tugenden Priorität. Der Lehrplan wurde mit Bescheid vom 2.4.2014 vom Bundesministerium für Bildung und Frauen genehmigt.

Der Lehrplan ruht auf zwei Säulen: Das Trivium umfasst die Förderung von Gedächtnis, Argumentation und Kommunikation durch Grammatik, Logik und Rhetorik; das Quadrivium lehrt Arithmetik (Mathematik), Geometrie, Musik und Astronomie und somit Struktur und Ordnung der Schöpfung. Auf diesem Fundament wird der gesamte Lehrplan entfaltet und vertieft.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Studium der Sprache(n), der Geschichte, der Kunst, der Literatur und dem Denken (Philosophie und Theologie). Der Lehrplan der Schule folgt somit dem sogenannten „klassischen Curriculum“, das über viele Jahrhunderte die Basis des europäischen Bildungssystems darstellte. In den letzten Jahrzehnten hat diese reiche Quelle in Europa und den Vereinigten Staaten neu an Interesse gewonnen und ist in vielen Schulen mit großem Erfolg erneut eingeführt worden.

Die Kunst der Grammatik lehrt die Schülerinnen und Schüler, die Struktur der Sprache zu verstehen und richtige Sätze zu konstruieren. Sie fördert das Gedächtnis und ist notwendig, um die Baupläne eines jeglichen Sachverhaltes erkennen und analysieren zu können. Latein gilt dabei als ein effektives Instrument, um die Bedeutung und Systematik der Grammatik von Sprachen allgemein zu erfassen. Die Logik fördert das Denken und bereitet den Weg für Wissenschaft, Erkenntnis und richtige Argumentation. Rhetorik bildet Überzeugungskraft und die Fähigkeit zu Diskurs und Kommunikation im Allgemeinen. Beide (Logik und Rhetorik) sind unabdingbare Instrumente der Wahrheitsfindung. Grammatik, Logik und Rhetorik sind somit grundlegende Werkzeuge des menschlichen Geistes und bedingen die Fähigkeit des Lernens und Begreifens in allen Bereichen.

Da die Schülerinnen und Schüler mit Menge, aber weniger mit Ordnung und Struktur der Schöpfung vertraut sind, sind vor allem die mathematischen Wissenschaften wesentlich für den jungen Geist. Neben dem Trivium gibt es dann auch das Quadrivium mit seinen mathematischen Disziplinen. Arithmetik und Geometrie berücksichtigen Zahl und Größen und lassen erkennen, wie damit umzugehen ist. Die Kompositionspläne der Musik und ihre innere Ordnung beruhen auf Zahlen und Intellekt, um ein Verhältnis zur Harmonie herzustellen. Astronomie und auch Kosmologie erklären, wie die Bewegungen des Himmels und ihr Einfluss auf die Erde zu verstehen sind und warum diese Wirklichkeit für das menschliche Leben wichtig ist.

Dies sind die Werkzeuge des Lernens, die in das intellektuelle Leben einführen. Sie ermöglichen es, die für jeden Lernenden unentbehrlichen Unterrichtsfächer des österreichischen Lehrplanes eingehend zu behandeln, zu begreifen und zu verstehen.

Der Lehrplan der Schola Thomas Morus entspricht somit insgesamt den Lehrinhalten und Kompetenzen des geltenden österreichischen Lehrplans AHS Unterstufe und Oberstufe, die für die Vorbereitung auf die Reifeprüfung/Matura notwendig sind. Die Unterschiede liegen in der Methode, verstärktes Arbeiten mit der Seminarmethode bei einer maximalen Gruppengröße von 12-15 Schülerinnen und Schülern pro Klasse in Verbindung mit differenzierter individueller Begleitung, in der Aufteilung des behandelten Lehrstoffes und der schwerpunktmäßigen Jahresplanung in manchen Fächern.

Tugend des Monats

Dankbarkeit

Geben und Danken, die den Menschen aus dem Funktionieren der Maschine wie aus dem Triebsystem des Tieres herausheben, sind ja in Wahrheit der Widerhall von etwas Göttlichem. Denn dass die Welt überhaupt besteht und so unerschöpfliche Fülle umfasst, versteht sich in keiner Weise von selbst, sondern ist, weil es gewollt wurde; ist Tat und Werk.

Romano Guardini