10.05.2022, News

Jetzt auf YouTube: Theaterproduktion Antigone

Eine Produktion der Schola Thomas Morus: Antigone von Sophokles in einer Bearbeitung für die Schule von Cornelius Hirsch. Regie: Didier von Orlowsky

Was geht uns das an?

Das erste, was der moderne Leser wissen muss, um sich vor falschen Vorstellungen zu bewahren, ist dies. Eine griechische Tragödie entspringt nicht frei der ungebundenen Phantasie ihres Dichters, sondern dieser ist stofflich gebunden an die Götter- und Heldensagen seines Volkes, den Mythos, der nicht anders als die Geschichten des heiligen Buches der mittelalterlichen Christenheit nicht nur den religiösen Glauben bindend beschloss, sondern zugleich die Grundzüge der Weltanschauung gültig enthielt. So ist der Mythos Stifter und Bewahrer der geistig-seelischen Einheit des Griechentums, dessen Auflösung daher auch beginnt mit der Zersetzung des Mythos, welche, als zu seiner Zeit durch die Aufklärung schon in Gang gesetzt, Sophokles eben gerade durch seine Gestaltung des Mythos zu überwinden trachtete. (aus: Heinrich Weinstock, Sophokles, Die Tragödien, S.XIII)

 
Tugend des Monats

Höflichkeit

Kultur beginnt nicht mit Zudringen und Anpacken, sondern mit Hände-Wegnehmen und Zurücktreten. Die Höflichkeit schafft freien Raum um den Anderen; bewahrt ihn vor der bedrängenden Nähe, gibt ihm seine eigene Luft. Sie anerkennt im Anderen das Gute und lässt ihn fühlen, dass es geschätzt wird.

- Romano Guardini, Tugenden